Halictus
Die Gattung Halictus
Die Gattung Halictus umfasst weltweit rund 200 Arten und ist auf allen Kontinenten ausser Australien und der Antarktis verbreitet. Historisch wurde auch die Gattung Lasioglossum zu Halictus gezählt. Pesenko et al. (2000) haben kürzlich einige Untergattungen, darunter Seladonia, in den Rang eigenständiger Gattungen erhoben. Zurzeit folgen wir jedoch der klassischen Systematik nach Ebmer und behalten Halictus mit drei paläarktischen Untergattungen bei (Halictus s. str., Seladonia und Vestitohalictus). In der Schweiz kommen 18 Arten vor, verteilt auf die beiden ersten Untergattungen; die einzige Art der Untergattung Vestitohalictus in der Schweiz, Halictus tectus, und zwei weitere Arten (Halictus fulvipes und Halictus kessleri) sind im Land ausgestorben.
Diese Bienen sind von variabler Grösse, unauffällig gefärbt bei Halictus s. str., mit starkem grün-blauem Metallschimmer bei Seladonia. Alle Arten nisten im Boden, die meisten sind Generalisten. Viele zeigen gewisse Formen sozialer Lebensweise.
Wie erkennt man sie?
Die Gattung Halictus umfasst Bienen mittlerer bis grosser Grösse (6–16 mm), mit gestrecktem, aber relativ kräftigem Körperbau, braun-schwarzer oder metallisch grün-blauer Färbung. Der Thorax ist meist locker behaart, das Abdomen dichter, mit klaren Haarbinden auf den Tergit-Rändern. Die Scopa befindet sich an der Tibia. Der Kopf ist oft breit und kräftig. Weibchen zeigen auf Tergit 5 eine Furche. Kleine Arten können leicht mit Lasioglossum-Arten verwechselt werden, unterscheiden sich aber durch drei gleich breite Cubitaladern (bei Lasioglossum ist die dritte deutlich dünner), sowie durch deutlichere Haarbinden auf dem Abdomen.
Die Untergattungen lassen sich im Feld wie folgt unterscheiden:
- Halictus s. str.: mittlere bis grosse Arten, schwarz, mit klaren Haarbinden auf dem Abdomen.
- Seladonia: meist kleine Arten mit metallisch glänzendem Körper, oft dichter Gesichtsbehaarung.
- Vestitohalictus: kleine Arten mit metallischem Glanz, aber sehr dichter heller Behaarung auf dem Abdomen und einem kurzen Propodeum.
Eine Bestimmung auf Artniveau im Feld ist schwierig und auf Weibchen beschränkt. Männchen können meist nur mit der Binokularlupe unterschieden werden (Ausnahme: charakteristische Arten wie H. quadricinctus).
Unter der Binokularlupe unterscheidet man die Weibchen anhand von Körperfarbe, Propodeumstruktur, Behaarung des Abdomens, Punktierung des Mesonotums und Kopfform. Männchen werden unterschieden durch Kopf- und Antennenmerkmale, Mandibeln, Sternite und Genitalien.
Ein Bestimmungsschlüssel ist im Buch Apidae 3 (Fauna Helvetica, 2001) enthalten. Es enthält auch Schlüssel für Lasioglossum. Das Buch ist vergriffen, aber hier als PDF kostenlos erhältlich. Auch der Schlüssel von Pauly (2014) für Belgien ist hilfreich.
Lebenszyklus und Nestbiologie
Die meisten Arten zeigen eine primitive soziale Organisation. Im Gegensatz zu weiterentwickelten sozialen Arten wie Bombus ist der Grössenunterschied zwischen Königin und Arbeiterinnen gering, die erste Generation produziert viele Männchen, viele Arbeiterinnen sind befruchtet, und Königinnen werden oft durch Arbeiterinnen ersetzt.
Einige Arten sind in Mitteleuropa solitär (H. quadricinctus, H. sexcinctus), andere zeigen je nach Klima unterschiedliche Lebenszyklen, etwa H. rubicundus). H. scabiosae) zeigt Nest-Usurpation, also die Übernahme fremder Nester.
Alle Arten fliegen vom Frühling bis in den Herbst. Männchen erscheinen spät in der Saison, teilweise auch in der ersten Generation. Nur befruchtete Weibchen überwintern, meist ausserhalb des Nestes. Nur H. maculatus überwintert regelmässig gemeinsam im Nest.
Alle Arten nisten im Boden. Einige bevorzugen sandige oder lössartige Böden (H. eurygnathus, H. sexcinctus, Seladonia), andere sind weniger wählerisch. Die meisten Nester liegen auf flachen, spärlich bewachsenen Böden. [H. quadricinctus] nistet in vertikalen Wänden, H. confusus in dichter Vegetation.
Nester bestehen aus einem Hauptgang von ca. 15 cm Tiefe. Bei sozialen Arten wird diese nach dem Schlupf der ersten Generation verlängert. Der Eingang ist meist offen, kann aber bewacht werden oder nachts verschlossen sein. Brutkammern sind oft rund um die Galerie gruppiert, in einigen Fällen (z. B. bei H. leucaheneus) entlang des Gangs verteilt oder in einer Brutkammer organisiert ([H. sexcinctus], [H. quadricinctus]). Zellen sind oval, meist horizontal, mit einer Schutzschicht aus Sekreten der Dufour-Drüse. Die Futterreserven sind trocken und oval.
Die meisten Arten werden regelmässig von Sphecodes-Arten parasitiert. Auch Stylopisationen und parasitierende Fliegen sind bekannt.
Blütenpräferenzen
Die meisten Halictus-Arten sind polylektisch. Einige Arten wie H. tumulorum nutzen über 14 Pflanzenfamilien. Trotzdem bevorzugen viele Arten Asteraceae. H. seladonius könnte oligolektisch auf Asteroideae (Asteraceae) sein, dies muss jedoch noch bestätigt werden.
Weibchen sind sehr effizient beim Pollensammeln, mit Flugdauern von meist unter 30 Minuten. Die tägliche Aktivitätsphase ist kurz (z. B. 11–14 Uhr bei H. subauratus).
Fortpflanzungsverhalten
Über das Paarungsverhalten ist wenig bekannt. Die Paarung findet meist ausserhalb des Nests statt. Männchen patrouillieren bei Nestern oder Blüten. Bei [H. sexcinctus] findet die Paarung im Nest statt; Weibchen paaren sich mehrfach.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Halictus carinthiacus Blüthgen, 1936 | ||
| Halictus confusus alpinus Smith, 1853 | ||
| Halictus confusus perkinsi Blüthgen, 1926 | ||
| Halictus eurygnathus Blüthgen, 1931 | ||
| Halictus kessleri Bramson, 1879 | ||
| Halictus langobardicus Blüthgen, 1944 | ||
| Halictus leucaheneus Ebmer, 1972 | ||
| Halictus maculatus Smith, 1848 | ||
| Halictus quadricinctus (Fabricius, 1776) | ||
| Halictus rubicundus (Christ, 1791) | ||
| Halictus scabiosae (Rossi, 1790) | ||
| Halictus seladonius (Fabricius, 1794) | ||
| Halictus sexcinctus (Fabricius, 1775) | ||
| Halictus simplex Blüthgen, 1923 | ||
| Halictus subauratus (Rossi, 1792) | ||
| Halictus tectus Radoszkowski, 1875 | ||
| Halictus tumulorum (Linnaeus, 1758) | ||
| Halictus confusus s.l. Smith, 1853 | ||
| Halictus simplex aggr. | ||
| Halictus submediterraneus (Pauly, 2015) | ||
| Halictus fulvipes (Klug, 1817) |