Osmia
Die Gattung Osmia ist sehr artenreich und umfasst weltweit fast 350 Arten. Die Mehrheit dieser Arten lebt im paläarktischen Raum, aber man findet sie auch in der nearktischen, orientalischen und neotropischen Region. In der Schweiz ist Osmia die artenreichste Gattung innerhalb des Tribus Osmiini, mit 29 nachgewiesenen Arten. Es handelt sich dabei überwiegend um solitär lebende Bienen mit sehr unterschiedlichen Nistweisen.
Lange Zeit wurden die Untergattungen Osmia, Hoplitis und Protosmia der Gattung Osmia zugeordnet. Heute gelten sie als eigenständige Gattungen. Diese drei Gruppen weisen viele gemeinsame morphologische und ökologische Merkmale auf und sind im Feld schwer voneinander zu unterscheiden. Genetisch betrachtet bilden sie jedoch gut abgegrenzte Einheiten.
Wie erkennt man sie?
Die Weibchen der Gattung Osmia sind mittelgrosse Bienen (8–12 mm), eher gedrungen gebaut, mit Bauchbürste (Scopa) und meist dichter Behaarung. Es gibt kein auffälliges Merkmal zur sofortigen Unterscheidung der Arten, was häufig zu Verwechslungen mit anderen Megachilidae-Gattungen, insbesondere Hoplitis, führt. Viele Arten ähneln sich stark und sind auch bei klaren Blütenpräferenzen im Gelände schwer unterscheidbar. Einige Merkmale wie die Farbe der Scopa-Behaarung oder metallische Körperfarben ermöglichen jedoch eine erste Einordnung. Die Männchen sind meist schlanker und langgestreckter als die Weibchen, sehen sich untereinander aber sehr ähnlich und sind im Feld kaum zu unterscheiden.
Unter dem Binokular lassen sich die Weibchen anhand der Farbe der Scopa, der Struktur des Propodeums, der Form und des Vorderrands des Clypeus sowie der Färbung der Hinterbeinschienen unterscheiden. Bei den Männchen dienen Tergit 7, die Genitalien, das Propodeum und die Form der Antennenglieder als Unterscheidungsmerkmale.
Ein Bestimmungsschlüssel zu den Schweizer Arten findet sich im Band Apidae 4 (2004) der Reihe Fauna Helvetica. Dieser Band basiert auf der damaligen Taxonomie und behandelt Hoplitis und Protosmia noch als Untergattungen von Osmia. Auch Schlüssel zu weiteren Gattungen wie Megachile und Chelostoma sind enthalten. Da das Buch vergriffen ist, kann das PDF direkt auf der Website des CSCF heruntergeladen werden.
Lebenszyklus und Nestbiologie
Alle Arten der Gattung Osmia sind univoltin. In der Schweiz fliegen sie überwiegend im Sommer zwischen Juni und August. Es gibt aber auch einige Frühlingsarten, wie z. B. Osmia cornuta, die häufig in Insektenhotels in städtischen Gebieten zu finden ist. Die meisten Arten überwintern als Präpuppe im Kokon. Bei einigen Arten schlüpfen bestimmte Individuen erst nach dem zweiten Winter. Die Männchen erscheinen einige Tage vor den Weibchen und übernachten einzeln oder in kleinen Gruppen in kleinen Hohlräumen oder selten in Blüten.
Alle in der Schweiz vorkommenden Arten sind solitär. Die Nistbiologie ist sehr vielfältig: Es gibt Arten, die in Totholz, in hohlen Pflanzenstängeln, in Gesteinsritzen, im Boden oder in leeren Schneckenhäusern nisten. Auch das Baumaterial variiert stark und reicht von Pflanzenmörtel (aus zerkauten Blättern), Markstückchen, mineralischem Mörtel, kleinen Steinchen, Blütenblättern bis hin zu Mischformen dieser Materialien.
Arten der Gattung Osmia werden von Kuckucksbienen der Gattungen Dioxys und Stelis parasitiert. Darüber hinaus dienen sie zahlreichen weiteren parasitischen Hymenopteren als Wirt, etwa den Chrysididae oder Sapygidae.
Blütenpräferenzen
Die Gattung Osmia besteht etwa zur Hälfte aus generalistischen Arten (poly- oder mesolektisch) und zur Hälfte aus oligolektischen Arten. Letztere sind meist auf Asteraceae oder Fabaceae spezialisiert, nur eine Art (O. brevicornis) ist auf Brassicaceae spezialisiert. Das Befüllen einer Brutzelle benötigt 20–40 Sammelflüge und dauert bei gutem Wetter ein bis zwei Tage.
Einige Arten besitzen spezialisierte Strukturen zur effizienten Pollensammlung, etwa O. pilicornis, die gebogene Haare an der Zunge hat, um besonders gut Pollen von Pulmonaria zu sammeln.
Fortpflanzungsverhalten
Das Paarungsverhalten der Gattung ist noch wenig erforscht. Zu Beginn der Saison patrouillieren die Männchen meist in Gruppen bei den Nistplätzen in Erwartung frisch geschlüpfter Weibchen. Später fliegen sie entlang von durch Pheromone markierten Pfaden. Bei manchen Arten sind die Männchen territorial und vertreiben Konkurrenten aus kleinen Gebieten, in denen sich die Wirtspflanzen der Weibchen befinden.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Osmia mucida auct. | ||
| Osmia alticola Benoist, 1922 | ||
| Osmia anceyi Pérez, 1879 | ||
| Osmia andrenoides Spinola, 1808 | ||
| Osmia aurulenta (Panzer, 1799) | ||
| Osmia bicolor (Schrank, 1781) | ||
| Osmia brevicornis (Fabricius, 1798) | ||
| Osmia caerulescens (Linnaeus, 1758) | ||
| Osmia cornuta (Latreille, 1805) | ||
| Osmia gallarum Spinola, 1808 | ||
| Osmia inermis (Zetterstedt, 1838) | ||
| Osmia labialis Pérez, 1879 | ||
| Osmia latreillei (Spinola, 1806) | ||
| Osmia leaiana (Kirby, 1802) | ||
| Osmia ligurica Morawitz, 1868 | ||
| Osmia mustelina Gerstäcker, 1869 | ||
| Osmia nigriventris (Zetterstedt, 1838) | ||
| Osmia parietina Curtis, 1828 | ||
| Osmia pilicornis Smith, 1846 | ||
| Osmia bicornis (Linnaeus, 1758) | ||
| Osmia rufohirta Latreille, 1811 | ||
| Osmia scutellaris Morawitz, 1868 | ||
| Osmia spinulosa (Kirby, 1802) | ||
| Osmia submicans Morawitz, 1870 | ||
| Osmia tergestensis Ducke, 1897 | ||
| Osmia uncinata Gerstäcker, 1869 | ||
| Osmia xanthomelana (Kirby, 1802) | ||
| Osmia viridana Morawitz, 1873 | ||
| Osmia niveata (Fabricius, 1804) | ||
| Osmia steinmanni Müller, 2002 |