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Akteure und Koordination

An der Umsetzung der Nationalen Strategie zu invasiven gebietsfremden Arten sind zahlreiche Akteure beteiligt: Bundesämter, kantonale Stellen, Expertengruppen sowie nationale Datenzentren. Jeder Beteiligte hat seinen Zuständigkeitsbereich. 

Die Koordination zwischen diesen Stellen und die Harmonisierung der Informationsflüsse sind für die Wirksamkeit der Nationalen Strategie von entscheidender Bedeutung.

Der Bund

Der Bund legt den nationalen strategischen Rahmen fest und sorgt für dessen Koordinierung. Zu seinen Aufgaben gehören die Anpassung der rechtlichen Grundlagen, die Entwicklung von Überwachungssystemen, die internationale Zusammenarbeit sowie die kontinuierliche Bewertung der Wirksamkeit der umgesetzten Massnahmen.

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Zuständige Bundesämter

Invasive gebietsfremde Arten stellen eine bereichsübergreifende Bedrohung dar: Sie können die Biodiversität und die Ökosystemleistungen beeinträchtigen, Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursachen oder Gesundheitsrisiken für den Menschen mit sich bringen.

Daher sind mehrere Bundesämter entsprechend ihrem Zuständigkeitsbereich eingebunden:

  • Bundesamt für Umwelt (BAFU): Steuerung der Nationalen Strategie und allgemeine Koordination. Das BAFU befasst sich mit Fragen der Biodiversität, der Ökosysteme und ihrer Leistungen sowie mit den Bereichen Wasser, Wald, Boden und Gefahrenprävention. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft leitet es den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD).
  • Bundesamt für Landwirtschaft (BLW): Zuständig für gebietsfremde Organismen (Schädlinge, Krankheitserreger, Unkräuter), welche die Landwirtschaft, den Weinbau und die Imkerei bedrohen. Es ist verantwortlich für den Pflanzenschutz und die Bekämpfung besonders gefährlicher Schadorganismen. Es leitet gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD).
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Es ist zuständig für Organismen, die eine pathogene oder allergene Wirkung auf den Menschen haben. Das BAG beteiligt sich insbesondere an der Überwachung von Arten, die Krankheitserreger übertragen (z. B. die Tigermücke).
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Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst (EPSD)

Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst ist eine Einrichtung, die vom BLW gemeinsam mit dem BAFU gegründet und geleitet wird. Sie erfüllen dabei gemeinsam die Aufgabe, den Schutz der Pflanzen vor besonders gefährlichen Schadorganismen, um wirtschaftliche, soziale und ökologische Schäden zu verhindern. Als nationale Pflanzenschutzorganisation verhindert der EPSD die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen und koordiniert die Umsetzung der Pflanzenschutzgesetzgebung auf nationaler und internationaler Ebene.

Der EPSD stellt Informationsmaterial zu invasiven gebietsfremden Arten zur Verfügung, wie beispielsweise Flyer zum Japankäfer, zum Citrusbockkäfer oder zum Eschenprachtkäfer.

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Die Kantone

Die Kantone spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten. Sie sorgen auf ihrem Gebiet für die Umsetzung der Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen gemäss dem strategischen und rechtlichen Rahmen des Bundes und koordinieren die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Biodiversität, der Ökosysteme und der Gesundheit. Die Kantone überwachen die Wirksamkeit der Massnahmen und nutzen diese Erkenntnisse als Grundlage um die Strategie gemeinsam mit dem Bund weiterzuentwickeln.

Fachwissen und Daten

Ein wirksames Management invasiver gebietsfremder Arten basiert auf aktuellen und zuverlässigen Kenntnissen. In der Schweiz sammeln mehrere nationale Zentren Meldungen zu Arten und tragen die verfügbaren wissenschaftlichen Informationen zusammen. Diese Daten werden anschliessend von InfoSpecies zentralisiert und harmonisiert sowie allen involvierten Akteuren zur Verfügung gestellt.

Parallel dazu bewerten verschiedene Arbeitsgruppen und Expertengremien neue Bedrohungen, tauschen Wissen aus und legen Handlungsprioritäten fest, wobei sie gleichzeitig die Koordination zwischen den Akteuren und die operative Unterstützung der Kantone sicherstellen.

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Expertengremium für invasive gebietsfremde Arten

Dieses Gremium aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis (rund 30 Personen) deckt alle taxonomischen Gruppen ab. Es aktualisiert laufend den Wissensstand zu den für die Schweiz relevanten invasiven gebietsfremden Arten: Ökologie, Einschleppungswege, Verbreitung, Auswirkungen und Bewirtschaftungsmassnahmen. 

Die gewonnenen Informationen fliessen in die Priorisierung von Massnahmen, die Einstufung der Arten und die Ausarbeitung von Massnahmenplänen ein.

Der Cercle Exotique

Der Cercle Exotique ist eine Arbeitsgruppe, die der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Umweltschutzämter der Schweiz (CCE) angegliedert ist. Er wurde 2019 als Nachfolger der AGIN (Arbeitsgruppe der Kantone für invasive gebietsfremde Arten) gegründet und erleichtert die kantonale Koordination im Bereich invasiver gebietsfremder Arten.

Ihre Hauptaufgaben: Förderung des Erfahrungsaustauschs zwischen kantonalen Behörden und nationalen Datenzentren, Erstellung von Informationsmaterialien und Sicherstellung der Verbindung zur nationalen Steuerungsgruppe des BAFU.

Dokumente und Mitglieder des Cercle Exotique

InfoSpecies – Arbeitsgruppe Neobiota

Die Arbeitsgruppe Neobiota von InfoSpecies befasst sich mit technischen und strategischen Fragen im Zusammenhang mit gebietsfremden Arten, insbesondere mit der Harmonisierung des Daten- und Informationsflusses zwischen den Datenzentren. Sie bildet die Schnittstelle zwischen dem Bund und den Expertinnen und Experten für gebietsfremde Arten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von InfoSpecies

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Info fauna – Koordinationsstelle für gebietsfremde Tierarten

Info fauna sammelt, analysiert und stellt den Akteuren im Bereich Prävention und Bekämpfung Beobachtungsdaten zu gebietsfremden Tierarten (mit Ausnahme von Fledermäusen und Vögeln) zur Verfügung.

Die Stelle arbeitet mit Expertinnen und Experten zusammen, um wissenschaftliche Grundlagen für den Umgang mit invasiven Arten bereitzustellen. Konkret werden der invasive Charakter der Arten bewertet sowie Artenblätter erstellt, die bei der Prävention und Bekämpfung als Orientierungshilfe dienen.

Info fauna unterstützt das BAFU, die Kantone und deren beauftragte Expertinnen und Experten beim Management invasiver gebietsfremder Arten.