Melitturga
Die Gattung Melitturga ist eine kleine Gattung, die etwa zehn Arten in der paläarktischen Region und drei Arten im südlichen Afrika umfasst. In der Schweiz gibt es nur eine Art, Melitturga clavicornis, eine thermophile Art, die nur im Wallis vorkommt.
Wie erkennt man sie?
M. clavicornis ist im Feld leicht zu erkennen. Es ist eine mittelgroße bis große Art (15 mm) mit einem robusten Körper. Der Vorderflügel hat drei Cubitalzellen, von denen die mittlere kleiner ist als die beiden anderen. Das Weibchen hat meist einen ganz gelblich-weißen Kopfschild; seltener hat der Kopfschild einen länglichen gelblich-weißen Fleck in der Mitte oder ist ganz dunkel. Der Abdomen ist oben fast unbehaart bis auf die dicht orange-braune Endfranse. Die Behaarung ist bei frischen Exemplaren orangebraun und verändert sich relativ schnell zu graubraun. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Art und Weise, wie der Pollen getragen wird. Er wird mit Nektar vermischt und bildet einen kleinen, feuchten Klumpen um das hintere Schienbein.
Das Männchen zeichnet sich durch große Augen, wie bei der männlichen Honigbiene, und durch kurze, an den Spitzen verdickte Fühler aus. Wie beim Weibchen ist der Kopfschild weiß-gelb. Der Körper ist bei frischen Individuen mit dichter rötlich-oranger Behaarung bedeckt, die bald graubraun wird.
Lebenszyklus und Nistbiologie
Bienen der Gattung Melitturga sind Solitärbienen, die eine einzige Sommergeneration bilden. Die Männchen schlüpfen ein paar Tage vor den Weibchen. Die Larven spinnen keinen Kokon.
Es sind grabende Arten, die in eher weichen Böden nisten. Das Nest von M. clavicornis besteht aus einem vertikalen Gang, der 15-20 cm lang ist und an seinem Ende einen Knick bildet. Bis zu acht Brutzellen werden einzeln entlang des horizontalen Teils des Ganges platziert. Sie werden in einem leichten Winkel mit der Öffnung nach oben positioniert.
Blütenpräferenzen
M. claviventris ist eine oligolektische Art, die Pollen ausschließlich von Fabaceae sammelt. In der Schweiz sind die Hauptwirte Alfalfa (Medicago sp.) und Astragalus (Astragalus onobrychis).
Paarungsstrategie
Die Männchen patrouillieren intensiv um Nistplätze und Wirtspflanzen auf der Suche nach Weibchen. Sie haben ein sehr eigenartiges Flugmuster, das zwischen Phasen des Schwebens in etwa einem Meter Höhe über dem Boden, die an den Flug von Schwebfliegen erinnern, und plötzlichen Beschleunigungen, um etwas zu verfolgen, das wie ein Weibchen aussieht, wechselt. Dieses einzigartige Verhalten gab den Bienen der Gattung Melitturga den deutschen Namen "Schwebebienen".
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Melitturga clavicornis (Latreille, 1806) |