Systropha
Die Gattung Systropha umfasst weltweit 25 Arten, die alle in der Alten Welt vorkommen (Afrika, Europa sowie Naher und Mittlerer Osten bis Südostasien). In der Schweiz ist aktuell nur S. curvicornis nachgewiesen (historisch auch S. planidens).
Es handelt sich um eine sehr wärmeliebende Art, die ausschliesslich im Wallis vorkommt.
Wie erkennt man sie?
Die europäischen Arten der Gattung Systropha sind mittelgrosse Bienen (10–11 mm), die im Gelände gut zu erkennen sind. Es sind schwarze Bienen mit drei Cubitalzellen, kurzem Kopf und einem eher gedrungenen, leicht kugelförmigen Abdomen. Die Weibchen haben kurze Fühler, während die Männchen auffallend lange Fühler mit einer dreieckig eingerollten Spitze besitzen. Das Abdomen der Weibchen ist ventral und lateral mit langen, spezialisierten Sammelhaaren bedeckt. Die Männchen besitzen auffällige Vorwölbungen auf Sternit 2 und 3.
Ein Bestimmungsschlüssel zur Gattung Systropha findet sich im Band Apidae 2 der Reihe Fauna Helvetica (1999). Der Band enthält auch Schlüssel zu anderen Gattungen wie Rhophitoides und Rophites. Die überarbeitete Auflage von 2014 kann im Online-Shop des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna (CSCF) bestellt werden.
Lebenszyklus und Nestbiologie
Die Gattung Systropha umfasst solitäre Arten, die ab Frühsommer bis Hochsommer fliegen. Die Männchen schlüpfen 2–3 Wochen vor den Weibchen. Die Larven spinnen einen Kokon und überwintern im Stadium der Vorpuppe.
Es handelt sich um grabende Arten, die in eher sandigen Böden mit spärlicher Vegetation nisten. Der Nesteingang ist meist von einem kleinen Erdhügel umgeben. Das Nest besteht aus einem mehr oder weniger senkrechten Hauptgang, von welchem kurze Seitengänge zu den ovalen Brutzellen führen. Diese sind einzeln angelegt. Bei S. curvicornis sind die Zellwände unbedeckt und zerbrechlich, bei S. planidens hingegen glänzend beschichtet. Nach der Eiablage wird die Zelle mit einem Pfropfen verschlossen und der Seitengang mit Erde verfüllt. Ein Nest umfasst 6–8 Brutzellen.
Biastes brevicornis ist ein spezialisierter Kuckucksbienenparasit der Gattung Systropha, kommt aber in der Schweiz nicht vor.
Blütenpräferenzen
S. curvicornis ist oligolektisch auf Convolvulaceae spezialisiert. In der Schweiz sammelt sie ausschliesslich Pollen von Convolvulus arvensis. In anderen Teilen Europas wird auch Pollen von C. cantabrica und C. althaeoides verwendet.
Fortpflanzungsverhalten
Die Männchen patrouillieren intensiv um die Wirtspflanzen auf der Suche nach Weibchen. Sie sind territorial, wobei jedes Männchen einer eigenen Route durch sein Revier folgt. Begegnen sich zwei Männchen, kommt es zu kurzen Kämpfen, bei denen sie sich mit dem Abdomen stossen. Die Paarung findet meist direkt auf den Blütenständen statt. Die Anlockung der Weibchen erfolgt offenbar durch visuelle Reize (aus grösserer Entfernung) und Duftstoffe (aus der Nähe). Die Aktivität der Männchen nimmt ab dem frühen Nachmittag stark ab – etwa zu der Zeit, wenn sich die Convolvulus-Blüten schliessen. Dann lassen sich die Männchen in eine Blüte fallen, um dort zu übernachten. Gelegentlich hängen sie sich auch mit ihren Mandibeln an vertrockneten Pflanzenstängeln fest.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Systropha curvicornis (Scopoli, 1770) | ||
| Systropha planidens Giraud, 1861 |