Rhophitoides
Die Gattung Rhophitoides ist eine kleine Gattung mit vier Arten, die ausschliesslich in der paläarktischen Region vorkommen. Lange Zeit galt sie als Untergattung von Rophites, heute werden beide jedoch als eigenständige Gattungen betrachtet. In der Schweiz ist nur eine Art vertreten: R. canus.
Wie erkennt man sie?
Rhophitoides canus ist eine mittelgrosse Art (7–8 mm), deren Tergitenränder mit dichten weissen Haarbinden versehen sind. Auf den ersten Blick ähnelt sie stark den Arten der Gattung Rophites (ebenfalls zwei Cubitalzellen auf den Vorderflügeln). Die beiden Gattungen lassen sich jedoch anhand der Körpergrösse (8–10 mm bei Rophites), dem Fehlen von modifizierten Haaren (Stacheln) im Gesicht der Weibchen und den kürzeren Fühlern der Männchen unterscheiden. Auch die Pollenspezialisierungen sind unterschiedlich, was einen Hinweis im Feld geben kann (siehe unten). Die Weibchen besitzen einen gedrungenen Hinterleib und eine Scopa an den Hinterbeinen. Die Männchen haben mittelgrosse Fühler, die an der Spitze nicht verengt sind, und eine rötlich-orange Färbung auf der Unterseite.
Zur Bestimmung der Gattung Rhophitoides steht ein Bestimmungsschlüssel im Band Apidae 2 (1999) der Reihe Fauna Helvetica zur Verfügung. Dieser Band enthält auch Schlüssel und Artbeschreibungen zu anderen Gattungen wie Rophites und Systropha. Die überarbeitete Ausgabe (2014) kann im Onlineshop des Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF) bestellt werden.
Lebenszyklus und Nistweise
Rhophitoides canus ist eine solitär lebende Sommerbiene. Die Männchen schlüpfen einige Tage vor den Weibchen. Die Larven spinnen einen Kokon. Im Gegensatz zur Gattung Rophites entleeren sich die Larven offenbar zweimal von Kot – einmal vor und einmal nach dem Kokonbau (bei Rophites nur nachher). Weitere Beobachtungen sind jedoch nötig, um diese Besonderheit der Larvenentwicklung zu bestätigen. Die Überwinterung erfolgt im Stadium der Vorpuppe.
R. canus ist eine bodennistende Art, die bevorzugt in sandigen, wenig oder gar nicht bewachsenen Böden nistet. Nestbau und Larvenentwicklung wurden von Enslin (1921) detailliert beschrieben. Das Nest besteht aus einem mehr oder weniger gewundenen, vertikal verlaufenden Gang, der etwa 30 cm tief in den Boden reicht. Die Brutzellen liegen einzeln, zu zweit oder zu dritt am Ende 1–3 cm langer, waagrechter Seitengänge. Die Zellen sind rundlich und ihre Innenwand ist glatt.
Blütenpräferenzen
R. canus ist auf Pollen der Familie Fabaceae spezialisiert. In Mitteleuropa sammelt sie fast ausschliesslich auf Medicago falcata und M. sativa.
Fortpflanzungsverhalten
Die Männchen patrouillieren intensiv um ihre Wirtspflanzen auf der Suche nach Weibchen. In der Regel übernachten sie auf den Blütenständen, manchmal in kleinen Gruppen.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Rhophitoides canus (Eversmann, 1852) |