Dasypoda
Die Gattung Dasypoda ist paläarktisch verbreitet und umfasst weltweit 29 Arten. In der Schweiz kommen zwei Arten vor: D. argentata und D. hirtipes.
Es handelt sich um eine Gattung, die innerhalb der Apidoidea oft als ursprünglich oder primitiv betrachtet wird.
Wie erkennt man sie?
Die Gattung Dasypoda umfasst grosse (13–16 mm), sehr stark behaarte Bienen . Weibchen sind durch ihre langen und dichten Hinterbeinborsten gut im Feld erkennbar. Sie besitzen einen eher länglichen Hinterleib und nur zwei Cubitalzellen. Die Männchen sind weniger auffällig und können mit Arten wie Melitta leporina verwechselt werden. Zur sicheren Bestimmung benötigt man ein Binokular.
Ein Bestimmungsschlüssel zur Gattung Dasypoda findet sich im Band Apidae 5 (2007) der Reihe Fauna Helvetica, welcher auch Schlüssel für Melitta und Nomada enthält. Leider ist das Werk vergriffen aber kann als PDF heruntergeladen werden.
Lebenszyklus und Nestbiologie
Dasypoda-Arten sind solitäre Sommerbienen, die hauptsächlich von Juli bis September fliegen. Die Männchen erscheinen einige Tage vor den Weibchen. Die Larven spinnen keinen Kokon, sie sondern vermutlich eine schützende Substanz ab, um die Zellwände vor dem Überwintern im Vorpuppenstadium zu imprägnieren.
Es handelt sich um grabende Arten, die in sandigen Böden mit spärlicher Vegetation nisten. Oft bilden sie grössere Aggregationen mit mehreren hundert Nestern. Der Nesteingang ist von einem Erdhügel umgeben. Die Brutzellen werden einzeln oder in Gruppen von 2–3 am Ende kurzer horizontaler Seitengänge angelegt, die von einem bis zu 1 m tiefen Hauptgang abzweigen. Die Zellwände sind unbeschichtet. Die Weibchen versorgen die Zelle zunächst mit Pollen, dann mit Nektar und formen daraus ein Pollenkügelchen. Dieses hat je nach Art spezifische Ausstülpungen: füsschenartig bei D. hirtipes, schienenartig bei D. argentata. Diese Strukturen verhindern wahrscheinlich direkten Kontakt mit der Zellwand und reduzieren das Risiko von Schimmel. Nach der Eiablage wird die Zelle verschlossen und die Seitengalerie mit Erde verfüllt. Ein Nest enthält rund zehn Brutzellen. Pro Weibchen wird nur ein Nest gebaut, das am Ende ebenfalls verschlossen wird.
Die Weibchen verbringen die Nacht im Nest: bei D. hirtipes wird der Eingang verschlossen, bei D. argentata bleibt er offen. Zu Beginn ihrer Lebensphase, noch vor Baubeginn, übernachten die Weibchen eingegraben im Boden.
Bisher ist keine Kuckucksbiene bekannt, die Dasypoda parasitiert. Einige Autoren vermuten allerdings, dass Epeolus variegatus D. hirtipes parasitiert.
Blütenpräferenzen
Alle Dasypoda-Arten sind spezialisiert. In der Schweiz sind sie entweder auf Asteraceae (D. hirtipes) oder auf Caprifoliaceae (D. argentata) spezialisiert. Die sehr grosse Scopa der Weibchen erlaubt es, viel Pollen zu transportieren. Sie sammeln meist in der Nähe des Nestes, gelegentlich aber auch bis zu 2 km entfernt.
Fortpflanzungsverhalten
Die Männchen patrouillieren intensiv um die Wirtspflanzen, oft nahe den Nistplätzen. Die Paarung findet meist auf Blütenköpfen statt und dauert nur wenige Sekunden. Verschiedene Reize beeinflussen die Anziehung der Weibchen, darunter visuelle (grosse Scopa) und olfaktorische (Pheromone). Männchen übernachten häufig an Blütenständen.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Dasypoda argentata Panzer, 1809 | ||
| Dasypoda hirtipes (Fabricius, 1793) | ||
| Dasypoda suripes (Christ, 1791) |