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Heriades

Die Gattung Heriades umfasst rund 150 Arten, die in den paläarktischen, nearktischen, afrotropischen und orientalischen Regionen verbreitet sind. Ihr Zentrum der Diversität liegt in Afrika südlich der Sahara. In der Paläarktis wurden 22 Arten beschrieben. In der kommen drei Arten vor.

Es handelt sich um kleine Sommerbienen, die auf den Pollen von Asteraceae spezialisiert sind.

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Heriades truncorum ist eine häufige Art, spezialisiert auf Asteraceae (Agasul ZH, 1991). Foto © Albert Krebs.
Wie erkennt man sie?

Heriades-Bienen sind kleine (6–7 mm), eher langgestreckte Bienen mit feinen weissen Haarbinden an den Tergitenrändern. Ein für die Gattung typisches Merkmal ist eine Kielstruktur an der Basis des ersten Tergits – allerdings ist dieses Merkmal ohne Lupe schwer zu erkennen. Im Feld lässt sich die Gattung durch 1) die gestreckte, aber dennoch kompakte Körperform, 2) die starke, dichte Punktierung, die der Oberfläche ein mattes Aussehen verleiht, sowie 3) die Blütenpräferenzen (spezialisiert auf Asteraceae) erkennen.

Die beiden in der Schweiz vorkommenden Arten können mit Arten der Gattungen Chelostoma und Stelis sowie mit Hoplitis leucomelana verwechselt werden. Unter der Binokularlupe unterscheiden sich die Weibchen in der Form des Clypeusrands, der Struktur des Mesonotums und der Kopfform. Bei Männchen stützt sich die Bestimmung hauptsächlich auf die Form des Tergits 6, die Kopfform und das Mesonotum.

Ein Bestimmungsschlüssel für die Schweizer Arten der Gattung Heriades findet sich im Band Apidae 4 der Reihe Fauna Helvetica (2004). PDF

Lebenszyklus und Nistweise

H. crenulatus, H. rubicola und H. truncorum sind Sommerarten, die hauptsächlich zwischen Juni und August fliegen. Es wird pro Jahr nur eine Generation ausgebildet. Die Männchen schlüpfen wenige Tage vor den Weibchen. Die Überwinterung erfolgt im Stadium der Vorpuppe.

Die Weibchen nisten hauptsächlich in Hohlräumen im Totholz (z. B. Käferfrassgänge) oder in markhaltigen, hohlen Pflanzenstängeln wie Brombeeren. Diese Bienen kommen auch häufig in Gärten und auf Balkonen vor, wenn geeignete Nisthilfen (z. B. gebohrte Holzstücke oder Bambusröhrchen) vorhanden sind.

Die Nester bestehen aus einem Gang, in dem die Weibchen mehrere Brutzellen hintereinander anlegen. Die zuerst gebauten Zellen enthalten weibliche Nachkommen, die hinteren männliche. Die Zellen sind durch dünne Trennwände aus Harz voneinander getrennt. Der Pollenvorrat ist fest und nur leicht feucht und wird am Zellenboden aufgeschichtet, bevor das Ei darauf abgelegt wird. In einem Nest befinden sich im Durchschnitt vier Brutzellen (1–10). Zwischen der letzten Brutzelle und dem Nesteingang bleibt stets ein leerer Raum. Der Nestverschluss besteht aus einer dicken Harzschicht, die mit Erde, kleinen Steinchen und anderem Material vermischt ist. Eine Weibchen produziert im Verlauf ihres Lebens etwa acht Brutzellen. Alte Nester werden regelmässig gereinigt und erneut verwendet.

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Die Weibchen verwenden Harz zum Nestbau (Agasul ZH, 1992). Foto © Albert Krebs.

Die Bienen der Gattung Heriades werden durch die Kuckucksbiene Stelis breviuscula parasitiert. Auch die Schlupfwespe Sapygina decemguttata wird regelmässig an Nistplätzen beobachtet.

Blütenpräferenzen

Alle Schweizer Arten sind oligolektisch und sammeln ausschliesslich Pollen von Asteraceae. Die Weibchen sammeln Pollen, indem sie mit dem Hinterleib rasch und wiederholt auf den Blütenständen „klopfen“. Dieses Verhalten ist im Feld leicht zu beobachten und liefert einen guten Hinweis zur Identifikation. Ein Sammelflug ist extrem kurz und dauert selten länger als 3–4 Minuten.

Fortpflanzungsverhalten

Die Männchen werden häufig beim Patrouillieren rund um Asteraceen-Blüten beobachtet. Die Kopulation findet meist direkt auf den Blüten statt.

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