Thyreus
Die Gattung Thyreus besteht aus etwa 120 Arten weltweit. Die meisten dieser Arten kommen in der Afrotropis und Indomalayas vor, aber einige Arten sind auch in der paläarktischen Zone, von Europa bis Japan, sowie in Australien zu finden. Aus der Schweiz werden fünf Arten genannt, von denen drei nur im Wallis (Thyreus ramosus und T. truncatus) oder im Tessin (T. histrionicus) vorkommen.
Trotz ihrer imposanten Morphologie sind die Bienen der Gattung Thyreus unauffällige Kuckucksbienen, deren Biologie noch wenig bekannt ist.
Wie erkennt man sie?
Die Bienen der Gattung Thyreus sind mit ihrem robusten Körper, der mit zahlreichen weißen, haarigen Flecken bedeckt ist, die in starkem Kontrast zu ihrer komplett schwarzen Kutikula stehen, im Feld recht leicht zu erkennen. Sie können leicht mit Arten der Gattung Melecta, sowie mit Triepeolus tristis und Epeolus fallax verwechselt werden. Die Arten der Gattung Thyreus sind von diesen Arten leicht durch die Form des Scutellums zu unterscheiden: Das Scutellum ist bei der Gattung Thyreus stark abgeflacht, langgestreckt, glänzend und endet in der Regel mit zwei großen seitlichen Zähnen, während es bei den anderen Gruppen gewölbt, stumpf, kurz und knubbelig ist. Außerdem ist die Behaarung im Gesicht und auf dem Thorax bei der Gattung Melecta im Allgemeinen lang und einheitlich, während sie bei der Gattung Thyreus viel kürzer ist und aus zahlreichen weißen Flecken besteht. Männchen und Weibchen haben eine sehr ähnliche Morphologie. Die fünf einheimischen Arten können im Feld anhand der Behaarung unterschieden werden, aber diese Kriterien sind nicht immer sehr eindeutig und können bei älteren Individuen schwer zu erkennen sein. Eine sichere Identifizierung erfordert daher meist den Einsatz eines Binokulars. Wichtige Kriterien sind die Form der Haarflecken auf den ersten drei Tergiten, die Farbe der Gesichtsbehaarung, die Form der Prägungen auf der Unterseite der Fühler, die Position der Haarflecken auf dem Mesonotum und die Form des Scutellums und der Pygidialplatte.
Für die Bestimmung der Schweizer Arten der Gattung Thyreus ist ein Bestimmungsschlüssel im Band Apidae 5 verfügbar (Amiet et al. 2007).
Lebenszyklus und Nistbiologie
Die Bienen der Gattung Thyreus sind univoltine, sommerliche Kuckucksbienen, die meist von Juni bis August oder September fliegen. Die Larven bilden keinen Kokon.
Sie sind hauptsächlich Parasiten der Gattungen Amegilla und Anthophora. Seltener können auch Arten der Gattung Eucera (Untergattung Synhalonia) als Wirt dienen. Das Weibchen legt seine Eier in bereits verschlossene Brutzellen ab. Dazu macht sie ein kleines Loch in die Wand der Zelle und legt ihr Ei durch diese Öffnung ab. Das Ei ist sehr klein und wird an der Wand befestigt. Das Loch wird dann mit relativ lockerer Erde verschlossen, wahrscheinlich durch den weiblichen Parasiten. Die Öffnung ist wahrscheinlich zumindest teilweise mit der Pygidialplatte von Tergit 6 ausgehöhlt, die besonders scharf ist.
Die Männchen verbringen die Nacht meist in Gruppen oder einzeln und klammern sich mit ihren Mandibeln an Pflanzenstängeln fest.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Thyreus hirtus (de Beaumont, 1940) | ||
| Thyreus histrionicus (Illiger, 1806) | ||
| Thyreus orbatus (Lepeletier, 1841) | ||
| Thyreus ramosus (Lepeletier, 1841) | ||
| Thyreus truncatus (Pérez, 1883) |