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Rophites

Der Gattung Rophites gehört eine kleine Gruppe von rund fünfzehn Arten an, deren Verbreitung auf den paläarktischen Raum beschränkt ist. Zwei Arten kommen in der Schweiz vor: R. algirus und R. quinquespinosus.

Wie erkennt man sie?

Die Gattung Rophites umfasst mittelgrosse Bienen (8–10 mm) mit eher langgestrecktem Kopf und einer dichten hellen Haarbinde an den Rändern der Tergite. In ihrer Körperform erinnern sie an Arten der Gattung Halictus, lassen sich jedoch durch eine Reihe morphologischer (z. B. 2 Cubitalzellen bei Rophites im Vergleich zu 3 bei Halictus) und biologischer Merkmale (siehe unter Blütenpräferenzen) gut abgrenzen.

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Die Männchen von Rophites sind gut an ihren langen, an der Unterseite gelben Fühlern sowie den hell gefärbten Tarsen erkennbar. Foto © Dimitri Bénon.

Die Weibchen zeichnen sich durch einen verlängerten Kopf mit dichten Borsten (Stacheln) auf der Stirn aus (bei R. quinquespinosus auch auf dem Clypeus), durch einen deutlich gewölbten Clypeus sowie durch kurze, tief im Gesicht ansetzende Fühler. Das Abdomen ist gedrungen, und an der Tibia der Hinterbeine befindet sich eine Scopa. Die Männchen haben lange, an der Spitze stark verjüngte Fühler mit gelber Unterseite, ein gestrecktes Abdomen mit deutlich sichtbarer Pygidialplatte auf dem Tergit 7 sowie auffallend orangefarbene Tarsen. Weibchen lassen sich mit einer kleinen Lupe und anhand ihrer Blütenpräferenzen im Feld bestimmen, Männchen nur unter dem Binokular.

Ein Bestimmungsschlüssel zur Gattung Rophites findet sich im Buch Apidae 2, das 1999 in der Reihe Fauna Helvetica erschienen ist. Das Buch enthält auch Schlüssel und Artbeschreibungen weiterer Gattungen, unter anderem Rhophitoides und Systropha. Die neu aufgelegte Version (2014) kann im Online-Shop des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna (CSCF) bestellt werden.

Lebenszyklus und Nestbau

Die Bienen der Gattung Rophites sind solitär lebende Arten, die im späten Frühling und/oder Sommer fliegen. Unter denselben klimatischen Bedingungen schlüpfen R. algirus etwa vier Wochen früher als R. quinquespinosus. Die Männchen erscheinen jeweils wenige Tage vor den Weibchen. Die Larven spinnen einen Kokon mit zwei deutlich unterscheidbaren Schichten: eine dichte, feste Aussenschicht und eine sehr feine, weissliche Innenschicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gattungen entleeren sich die Rophites-Larven nach dem Spinnen des Kokons. Die Überwinterung erfolgt als Präpuppe.

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Bienen der Gattung Rophites nisten im Boden. Hier ein Weibchen von R. algirus vor dem Nesteingang. Foto © Andreas Müller.

Es handelt sich um Arten, die ihre Nester selber graben, meist in offenen, spärlich bewachsenen Böden. Die Nistzugänge befinden sich häufig am Fuss von Grasbüscheln. Das Nest von R. quinquespinosus wurde von Stoeckhert (1922) detailliert beschrieben. Es besteht aus einem mehr oder weniger gewundenen, etwa zehn Zentimeter tiefen senkrechten Gang. Die Brutzellen liegen einzeln oder zu zweit am Ende waagrechter Seitengänge, die bis zu zehn Zentimeter lang sein können. Die Zellen sind rundlich, ihre Innenwände glatt, allerdings ohne erkennbare Schutzschicht – obwohl eine solche sehr wahrscheinlich vorhanden ist. Die Zellen sind von oben nach unten angeordnet, sodass die obersten auch die ältesten sind.

Die sehr seltene Kuckucksbiene Biastes emarginatus ist auf die Gattung Rophites spezialisiert.

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Biastes emarginatus ist eine Kuckucksbiene, die ausschliesslich Arten der Gattung Rophites parasitiert. Foto © Andreas Müller.

Blütenpräferenzen

Alle Arten der Gattung Rophites sind auf Lamiaceae spezialisiert. Bei uns sammelt R. algirus vor allem an Stachys recta, während R. quinquespinosus hauptsächlich an Stachys officinalis und Ballota nigra sammelt.

Fortpflanzungsverhalten

Die Männchen patrouillieren intensiv um die Wirtspflanzen auf der Suche nach Weibchen. Sie fliegen schnell und ruckartig. Nachts ruhen sie meist auf Blütenständen, manchmal in kleinen Gruppen.

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Männchen von Rophites ruhen oft in Gruppen auf Blütenständen. Foto © Albert Krebs.
1 à 2 sur 2
Espèce Nom vernaculaire Groupe (scientifique)
Rophites algirus Pérez, 1895
Rophites quinquespinosus Spinola, 1808