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Dufourea

Die Gattung Dufourea umfasst weltweit etwa 135 Arten, verteilt auf die Nearktis (70 Arten) und die Paläarktis (55 Arten). In der Schweiz kommen nur 6 Arten vor.

Es handelt sich um Arten, deren Biologie – insbesondere jene der paläarktischen Arten – noch relativ wenig erforscht ist. Sie sind Sommerbienen, leben solitär und nisten im Boden. In der Schweiz trifft man sie vor allem in den Alpen an, je nach Art entweder in der Höhe oder eher im Flachland. Mehrere Arten sind oligolektisch. Beide Geschlechter übernachten meist in den Blütenständen ihrer Wirtspflanzen.

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Die Gattung Dufourea kommt hauptsächlich in den Alpen vor. Nur D. dentiventris und D. minima wurden auch nördlich der Alpen, auf dem Mittelland oder entlang des Juras beobachtet. Foto © Sophie Giriens.
Wie erkennt man sie?

Die Gattung Dufourea umfasst kleine (4–5 mm bei D. halictula) bis mittelgrosse Arten (10 mm bei D. paradoxa). Es handelt sich um eher unauffällige, dunkel gefärbte Bienen mit glänzendem Abdomen. Zwei Arten haben einen metallischen Glanz (D. alpina und D. paradoxa). Sie sind schwierig im Feld zu erkennen – gewisse Weibchen können leicht mit Lasioglossum-Arten verwechselt werden.

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D. paradoxa unterscheidet sich morphologisch deutlich von den anderen Arten der Gattung – mit grösserer Körpergrösse und bläulichem Glanz an Thorax und Kopf. Foto © Sophie Giriens.

Unter der Binokularlupe lassen sich die Weibchen der Gattung Dufourea anhand des (insbesondere am Kopf) vorhandenen metallischen Glanzes, der Punktierung des Mesonotums und der Farbe der Tibialdornen unterscheiden. Die Männchen lassen sich durch die Form des zweiten Beinpaares, den Rand des Sternits 5, die Punktierung des Mesonotums und die Form der Antennenglieder (Länge und Anwesenheit von Filzflecken) differenzieren.

Zur Bestimmung der Schweizer Arten der Gattung Dufourea ist 2014 eine neue Auflage des Schlüssels Apidae 2 in der Reihe Fauna Helvetica erschienen. Dieses Werk enthält auch Bestimmungsschlüssel und Artbeschreibungen zu weiteren Gattungen, u. a. Hylaeus und Colletes. Es kann über den Onlineshop des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna (CSCF) bezogen werden.

Lebenszyklus und Nestbiologie

Alle Bienen der Gattung Dufourea sind univoltin. Die Flugzeit reicht hauptsächlich von Juni bis August. Die Männchen schlüpfen einige Tage vor den Weibchen. Über ihre Überwinterungsbiologie ist wenig bekannt, aber es wird angenommen, dass sie als Präpuppe in der Zelle überwintern – wie bei der nordamerikanischen Art D. novaeangliae.

Die Nistbiologie der Schweizer Arten ist kaum dokumentiert. Es handelt sich um bodennistende Arten, die offenbar verschiedene Bodentypen nutzen können. Häufig treten sie in unterschiedlich grossen Aggregationen auf. Eickwort et al. (1986) beschrieben die Biologie von D. novaeangliae detailliert. Der Nesteingang ist von einem Erdhügel umgeben, tagsüber offen, nachts von innen verschlossen. Das Nest besteht aus einem Hauptgang, von welchem Seitenröhren zu den Brutzellen abzweigen. Die Zellwände sind mit einer matten, wasserabweisenden Schicht ausgekleidet, die wahrscheinlich von der Dufourschen Drüse stammt. Die Weibchen bringen zuerst Pollen in die Zelle, dann Nektar und formen daraus ein kugelförmiges Pollennest, das mit einer glänzenden Schutzschicht überzogen wird. Nach der Eiablage wird die Zelle verschlossen und der Zugang mit Erde gefüllt. Die Larve spinnt am Ende der Entwicklung einen doppelwandigen Kokon: eine äussere Schutzschicht gegen die Umgebung und eine innere Schicht, welche die Exkremente von der Larve trennt.

Blütenpräferenzen

Die Gattung Dufourea umfasst mehrere stark spezialiserte Arten. Von den sechs Schweizer Arten sind vier oligolektisch (D. dentiventris, D. inermis, D. halictula und D. minima), eine ist polylektisch mit deutlicher Präferenz für Campanulaceae (D. alpina) und eine ist breit polylektisch (D. paradoxa). D. dentiventris und D. inermis sind auf Campanulaceae spezialisiert, D. halictula auf Asteraceae (Cichorioideae), und D. minima auf die Gattung Jasione (Campanulaceae). Die Weibchen transportieren den Pollen mit Hilfe von Scopae an den Hintertibien und Metatarsen.

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D. dentiventris ist auf den Pollen von Campanulaceae spezialisiert. Hier ein Weibchen beim Sammeln auf Phyteuma. Foto © Albert Krebs.

Fortpflanzungsverhalten

Über das Fortpflanzungsverhalten der Gattung ist wenig bekannt. Männchen von D. dentiventris werden regelmässig bei der Patrouille um die Wirtspflanzen beobachtet. Jene von D. paradoxa scheinen bestimmten Flugrouten zu folgen. Gerüche scheinen eine wichtige Rolle beim Auffinden von Weibchen oder beim Paarungsverhalten zu spielen. Die Kopfglandulae mehrerer Männchenarten wurden untersucht und zeigen jeweils artspezifische Duftmuster.

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