Unter der Wasseroberfläche – jagende Schlangen am und im Wasser
An diesem Welt-Schlangentag wollen wir gemeinsam einige der Jagdfähigkeiten dieser beeindruckenden Tiere im Wasser entdecken. Es ist faszinierend, beispielsweise einer Barrenringelnatter (Natrix helvetica) dabei zuzusehen, wie sie ein Beutetier fängt. Nach einer präzisen Unterwasserjagd bringt die Schlange ihre Beute ans Ufer, um sie zu verschlingen (Foto 1).
Ein weiterer Grund zum Staunen: die Vipernatter (Natrix maura), die am Grund eines Gewässers lauert und geduldig auf einen Fisch wartet (Foto 2). Im richtigen Moment schnellt sie mit ausgestrecktem Körper vor auf ihre Beute… und verfehlt sie meistens! Laut dem Artikel von Hailey und Davies (1986) haben die 48 Vipernattern, die bei der Lauerjagd beobachtet wurden, in 214 Versuchen nur 2 Beutetiere gefangen. Eine überraschend geringe Effizienz, die daran erinnert, wie anstrengend das Leben eines Jägers sein kann.
Wenn sich die Lauerjagd als wenig erfolgreich erweist, können diese kleinen Schlangen übrigens auf eine andere Strategie zurückgreifen: Sie schwimmen mit weit geöffnetem Maul mitten in Fischschwärme und sind bereit, alle Beutetiere zu fassen, die in Reichweite ihrer Kiefer kommen. Neben den Wassernattern können auch Vipern oder andere Nattern, die nicht gerade für eine semiaquatische Lebensweise bekannt sind, durchaus an Wasserstellen auf die Jagd gehen! Dies war bei dieser Aspisviper (Vipera aspis, Foto 4) der Fall, die dabei beobachtet wurde, wie sie einen imposanten Grasfrosch (Rana temporaria) verschlang. Letztlich zeigen Schlangen bemerkenswert vielfältige Jagdstrategien: Aktives Suchen, Lauern oder Verfolgungsjagden unter Wasser... Eine Vielfalt an Verhaltensweisen, die es verdienen, besser bekannt zu sein.
Und Sie, haben Sie schon einmal eine Schlange im oder am Wasser beim Fressen beobachtet? Wann haben Sie wieder einmal Zeit, heimische Wassernattern in freier Wildbahn zu bewundern?
Reptilien finden und beobachten - ein paar Tipps und Tricks
Beobachtungen melden