Nomiapis
Die Gattung Nomiapis umfasst rund 15 Arten, die im paläarktischen, afrotropischen und indomalaiischen Raum verbreitet sind. In der Schweiz kommt nur Nomiapis diversipes vor.
Historisch wurden die Gattungen Nomiapis und Pseudapis zur Gattung Nomia gezählt. Bis heute besteht kein Konsens zur Systematik der Gattung Nomia s. lato. Einige Autoren betrachten sie weiterhin als eine einzige Gattung (Nomia; Amiet et al. 1999, Gusenleitner et al. 2012), andere unterteilen sie in mehrere Gattungen (Pauly 1990, Baker 2002).
Wie erkennt man sie?
Die Gattung Nomiapis ist im Feld gut erkennbar durch eine sehr breite Tegula, die charakteristisch ist. Die Männchen besitzen zudem stark modifizierte Hinterbeine, typisch für die Gattung. Bei N. diversipes haben beide Geschlechter einen schwarz glänzenden Körper mit grober Punktierung. Die Ränder der Tergite sind mit einer dichten, gelblichen Haarbinde versehen.
Zur Bestimmung der einzigen Schweizer Art der Gattung Nomiapis ist ein Bestimmungsschlüssel im Band Apidae 2 (1999) der Reihe Fauna Helvetica enthalten. Dieser Band folgt der damaligen Taxonomie und behandelt die Gattung Nomiapis bzw. Pseudapis noch als Synonym von Nomia. Auch Bestimmungsschlüssel und Artbeschreibungen weiterer Gattungen wie Colletes oder Sphecodes sind enthalten. Die Neuauflage von 2014 kann im Online-Shop des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna (CSCF) bestellt werden.
Lebenszyklus und Nestbiologie
Nomiapis diversipes ist eine solitär lebende Sommerart. Die Männchen erscheinen einige Tage vor den Weibchen. Die Larven spinnen keinen Kokon.
Es handelt sich um eine grabende Art, deren Nestbiologie erstaunlich wenig bekannt ist. Rozen (1986) beschrieb Nester aus Pakistan. Die Brutzellen treten einzeln oder in Gruppen auf, sind senkrecht ausgerichtet und mit einer wasserdichten Schutzschicht ausgekleidet. Die Zellen werden von den Weibchen gebaut und nicht gegraben – ihre Wände bestehen aus einem anderen Material als das umgebende Erdreich.
Blütenpräferenzen
Nomiapis diversipes ist eine polylektische Art.
Fortpflanzungsverhalten
Die Männchen patrouillieren entlang von durch Pheromone markierten Flugbahnen. Nachts schlafen sie in Gruppen an Pflanzen hängend.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Nomiapis diversipes (Latreille, 1806) |