Dioxys
Die Gattung Dioxys gehört zur Familie der Megachilidae und ist innerhalb der Paläarktis weit verbreitet – von Nordafrika über Europa bis nach Zentralasien. Darüber hinaus sind einige Arten im westlichen Nordamerika vertreten. Weltweit umfasst die Gattung etwa 20 Arten. In der Schweiz kommt nur eine Art der Gattung Dioxys vor: Dioxys cinctus. Der Gattungsname Dioxys ist laut Rasmont et al. (2017) maskulin, weshalb die Endung der Artnamen angepasst wurden. (Amiet et al. 2004, Saure & Petrischak 2020, Warncke 1977).
Wie erkennt man sie?
Die einzige in der Schweiz nachgewiesene Art, Dioxys cinctus, lässt sich im Feld häufig anhand der rot gefärbten ersten beiden Tergite erkennen – ein Merkmal, das sie in der Schweiz einzigartig macht. Dunklere Individuen sind selten und können dann mit anderen parasitischen Arten verwechselt werden, aber die rot-schwarze Färbung ist in der Regel eindeutig. Als Verwechslungsart kommt bei dunkel gefärbten Individuen die nahe Verwandte und je nach Autor auch zur Gattung Dioxys gezählte Aglaoapis tridentata. Doch bei dieser Art sind die ersten beiden Tergite nie rötlich und das Scutellum hat einen dritten kleinen Zahn in der Mitte (ohne Feldlupe schwer zu erkennen). Zudem fehlt bei Dioxys der quer verlaufende Grat am Labrum und die männlichen Genitalien sind relativ länger (über doppelt so lang wie die Gonobasis bei Dioxys, kürzer bei Aglaoapis). (Michener 2007, Amiet et al. 2004, Wiesbauer 2020)
Weitere Gattungsmerkmale sind:
Weibchen ohne Scopa
keine Pulvilli
Scutellum mit zwei seitlichen Zähnen
Postscutellum mit einem zentralen Dorn
Tergit 6 der Weibchen breit, abgeplattet und stumpf – nicht spitz wie bei Coelioxys
Lebenszyklus und Nistbiologie
Dioxys ist eine Gattung von kleptoparasitischen Bienen die ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen legen, insbesondere bei Arten der Gattungen Megachile und Osmia. In der Schweiz geltenMegachile parietina und Megachile pyrenaica als Hauptwirte von Dioxys cinctus.
Dioxys-Arten sind charakteristische Sommerbienen mit nur einer Generation pro Jahr (univoltin). Die Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis August. Adulte Tiere sind selten auf Blüten zu finden und verbringen die meiste Zeit in der Nähe der Nester ihrer Wirtsarten.
Die Eiablage der Dioxys-Weibchen erfolgt in der Regel in noch offene oder frisch verschlossene Brutzellen ihrer Wirte. Dabei fliegen sie in einem charakteristischen Muster die Nistplätze an und überprüfen potenzielle Zellen wiederholt. Sobald eine geeignete Zelle gefunden ist und das Wirtsweibchen abwesend ist, schlüpft das Dioxys-Weibchen für wenige Sekunden in das Nest und legt dort ihr Ei gezielt in unmittelbarer Nähe zum Pollenvorrat ab.
Nach dem Schlüpfen eliminiert die Larve entweder das Ei oder die frisch geschlüpfte Larve des Wirts und nutzt den vorhandenen Pollen-Nektar-Vorrat vollständig für die eigene Entwicklung. Zur Larvenentwicklung von Dioxys cinctus* liegen wenige direkte Beobachtungen vor. Die Überwinterung erfolgt als Ruhelarve im Innern des Kokons.
| Espèce | Nom vernaculaire | Groupe (scientifique) |
|---|---|---|
| Dioxys tridentata (Nylander, 1848) | ||
| Dioxys cinctus (Jurine, 1807) |