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Biber steigern die Artenvielfalt – auch in intensiv genutzten Landschaften

Biber bieten kosteneffiziente, naturbasierte Lösungen zur Renaturierung von Fliessgewässern. Unsere Studie, soeben erschienen im Journal of Applied Ecology, zusammen mit der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und Eawag, hat nun erstmals systematisch untersucht, wie stark der Biber mit dem Bau von Dämmen die Artenvielfalt in unterschiedlich stark vom Menschen geprägten Landschaften fördert.

An 16 Schweizer Bächen verglichen wir Standorte mit Biberdämmen mit Kontrollstandorten ohne Biberaktivität. Erfasst haben wir zehn Tier- und Pflanzengruppen: Amphibien, Libellen, Fische und Krebse, Wasserpflanzen, Phyto- und Zooplankton, Landpflanzen, Fledermäuse sowie aquatische und terrestrische Wirbellose.

Besonders ausgeprägt war der positive Effekt bei wassergebundenen Arten: Amphibien, Libellen, Wasserpflanzen und Plankton profitierten deutlich – mit mehr Arten, höherer Individuenzahl und einem grösseren Anteil exklusiver Arten, die also nur im Biberrevier vorkamen. Fische und Landpflanzen zeigten zumindest eine höhere Artenvielfalt. Bei Fledermäusen nahm die Zahl einzigartiger Arten zu, während bei terrestrischen Wirbellosen und aquatischen Makroinvertebraten kein eindeutiger Effekt festgestellt wurde.

Am meisten hat uns überrascht, dass der Biber selbst in intensiv landwirtschaftlich oder städtisch genutzten Gebieten mit sehr künstlichen Fliessgewässern einen grossen Beitrag zur Artenvielfalt leistet – wenn auch bei Amphibien, Libellen und Wasserpflanzen mit zunehmender Landnutzungsintensität etwas schwächer.

In sehr intensiv genutzten Landschaften kamen Amphibien jedoch trotz Biberaktivität stellenweise nicht vor, obwohl sie andernorts fast ausschliesslich an Biberstandorten vorkamen. Dies hat aber weniger mit dem Biber zu tun als viel mehr mit grossräumig ungeeigneten Amphibienlebensräumen.

Die Ergebnisse zeigen klar: Jeder Biberdamm zählt!

Die Integration des Bibers in Wasserbauprojekte und Renaturierungsstrategien kann somit einen wirksamen Beitrag zu Biodiversitätszielen leisten.

Vielen Dank an Valentin Moser für seine grossartige Arbeit in seinem PhD und dem ganzen Forschungsteam für ihre Expertise: Silvan Minnig, Leonardo Capitani, Steffen Boch, Nina Cramer, Oriana Edman, Patrick Hofmann, Alex Hürbin, Martin K. Obrist, Dominic Tinner, Luca Zehnder, Francesco Pomati und Anita C. Risch.

Moser, V., Minnig, S., Capitani, L., Boch, S., Cramer, N., Edman, O., Hofmann, P., Hürbin, A., Obrist, M. K., Robinson, C., Tinner, D., Zehnder, L., Angst, C., Pomati, F., & Risch, A. C. (2026). Rewilding beyond the wilderness : Beavers can restore stream biodiversity from urban to agricultural to natural landscapes. Journal of Applied Ecology, 63(6), e70439. https://doi.org/10.1111/1365-2664.70439